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Dr. Hans-Jürgen Hartmann
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  Zwangsstörungen  
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Eine Zwangsstörung ist gekennzeichnet durch wiederkehrende Zwangsgedanken und Zwangshandlungen.

Unter Zwangsgedanken versteht man ständig wiederkehrende Ideen, Vorstellungen oder Impulse mit häufig gewalttätigen oder obszönen Inhalten, die sich dem Betroffenen aufdrängen. Diese Gedanken werden als sinnlos und quälend erlebt und lösen häufig starke Befürchtungen aus.

Daraus resultieren oder treten unabhängig davon Zwangshandlungen auf. Zwangshandlungen sind ritualisierte und wiederholt ausgeführte Handlungen, die trotz inneren Widerstandes des Betroffenen nicht zu verhindern sind. Zwangshandlungen haben das Ziel, eine angstvoll erlebte innere Anspannung zu entkräften, einen vermeintlichen Schaden für sie selbst oder gegenüber anderen zu verhindern oder nach selbst auferlegten ungeschriebenen Gesetzen alles richtig zu machen. Die häufigsten Zwangshandlungen sind ausgeprägtes Kontrollieren, Waschen, Zählen, Ordnen und Sammeln.

Die meisten Betroffenen leiden unter mehreren dieser Zwangshandlungen und -gedanken.

Über die Hälfte der zwangskranken Patienten entwickelt depressive Erkrankungsanzeichen wie z.B. niedergedrückte, angespannte Stimmung, Schuldgefühle oder sozialen Rückzug. Andere begleitende Erkrankungen sind Angststörungen und süchtiger Mißbrauch von Medikamenten oder Alkohol.

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