Bei der Panikstörung treten plötzlich und unerwartet Anfälle von intensiv erlebter Angst auf. Für die Anfälle zeigt sich auf den ersten Blick kein erkennbarer Auslöser. Die Anfälle sind häufig durch begleitende körperliche Symptome gekennzeichnet wie Herzrasen, Brustschmerzen, Luftnot und Schwindel. Oftmals haben die Betroffenen dabei auch Befürchtungen, an einem Herzanfall zu sterben, ohnmächtig zu werden oder die Kontrolle zu verlieren. In der Angst, einen weiteren Angstanfall zu bekommen, entwickeln die Betroffenen oft sehr schnell eine Erwartungsangst. Sie vermeiden dann alle möglichen Situationen, die sie als risikoreich einschätzen, einen erneuten Anfall zu bekommen, wie z.B. Bus- oder Autofahren, einkaufen, alleine aus dem Haus gehen usw. Die oft vom Arzt verordneten Beruhigungsmedikamente bringen nur zeitweise eine Erleichterung, das Problem bleibt als solches nicht nur bestehen, sondern erhöht sich stark durch die Gefahr einer Chronifizierung und Medikamentenabhängigkeit.
Die Agoraphobie (Platzangst) tritt häufig in Kombination mit der Panikstörung auf. Das Hauptmerkmal dieser Störung ist die Angst vor Situationen, in denen eine Flucht nur schwer möglich oder keine Hilfe verfügbar wäre. Typische Situationen sind Menschenmengen, Plätze, öffentliche Verkehrsmittel, Auto, Kaufhäuser, Schlangestehen usw. Viele Betroffene können nach einigen Jahren gar nicht mehr das Haus verlassen. Die Agoraphobie tritt bei Frauen doppelt so häufig auf wie bei Männern.
Die soziale Phobie beginnt oft in der Jugend und zeigt sich in unangemessen starken Ängsten vor sozialen Situationen wie sich in Gegenwart anderer zu äußern, vor anderen zu reden oder zu essen oder in anderer Weise im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu stellen. Erste Anzeichen dieser Störung zeigen sich oft als ausgeprägte Schüchternheit und Zurückhaltung.
Bei der spezifischen Phobie, die sich in der Regel in der frühen Jugend schleichend entwickelt, handelt es sich um starke und unangemessene Angstreaktionen auf ganz spezifische Situationen wie zum Beispiel die Nähe bestimmter Tiere (Spinnen, Schlangen usw.), geschlossene Räume, Verzehr bestimmter Speisen, Zahnarztbesuche, Anblick von Blut und Verletzungen oder die Angst, bestimmten Krankheiten ausgesetzt zu sein. Selten zeigt sich bei der Störung eine ausgeprägte Panikreaktion. Im Vordergrund steht in der Regel die Vermeidung der Situationen.